Weltkindertag 2024

Kinder- und Jugendarmut, Realitäten aus der Jugendarbeit, Armut von Kinder bei uns und in der Welt

 Faire Jugendhäuser weiten den Blick auf die eigene Lebenssituation

 

In den Fairen Jugendhäusern versuchen wir den Blick der Kinder und Jugendlichen global zu erweitern. So können sie ihre eigene Lebenssituation im Zusammenhang mit größeren Strukturen verorten und deren Auswirkungen vor Ort aber auch weltweit erkennen.

Dieses Wissen und die Überzeugung, (Kinder-)Rechte zu haben, sind die Grundlage und Motivation für ihr Engagement für weltweite Gerechtigkeit.

Der Faire Handel bietet eine erste gute Möglichkeit, mit dem individuellen Konsum etwas gegen Ungerechtigkeit und Armut in der Welt zu tun. Noch besser ist aber, wenn sich junge Menschen in der Öffentlichkeit für das Thema einsetzen und z.B. kreativ werden mit einem Song, wie ihn die Jugendlichen des Treffers produziert haben.

„Fair“ – ein Song von Jugendlichen für Jugendliche

 

Der Faire Handel fordert existenzsichernde Löhne und Einkommen, die Einhaltung von Arbeitsrechten, Schutz vor ausbeuterischer Kinderarbeit, Gleichstellung der Geschlechter sowie Maßnahmen für mehr Umweltschutz.

Fakten:

9 von 10 Verbraucher*innen kennen das Fairtrade-Siegel.

2,366 Milliarden Euro gaben Verbraucher*innen in 2022 für Fairtrade-Produkte aus.

 

Links:

Fairtrade Deutschland

Faires Jugendhaus

Treffer Buchheim

 

Offene Kinder- & Jugendarbeit und Armut:

Realitäten und Handlungsansätze

 

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Armutslagen.

Fachkräfte in Jugendhäusern erleben täglich die vielfältigen Gesichter von Armut:

„Wenn wir Obst und Gemüse auslegen, wird das innerhalb von kürzester Zeit aufgegessen oder mit nach Hause genommen“, berichtet eine Fachkraft aus einer Essener OT. Für manche Kinder und Jugendliche aus einkommensbenachteiligten Familien stellt das Angebot im Jugendhaus die einzige Möglichkeit dar, eine (warme) Mahlzeit am Tag zu bekommen.

 

Diese Realitäten erfordern ein armutssensibles Handeln in der Jugendarbeit.
Konkret kann das bedeuten:

  • Kostenlose oder sehr günstige Mahlzeiten anbieten
  • Kleidertauschbörsen organisieren
  • Finanzielle Unterstützung für Freizeitaktivitäten bereitstellen
  • Lernunterstützung anbieten
  • Beratung und Weitervermittlung an spezialisierte Stellen

 

Grundsätzlich bedarf es einer Verankerung von Armutsprävention in Leitbildern und Konzepten, Fortbildungen zum Thema Armut für Fachkräfte und Förderung einer armutssensiblen Haltung bei allen Beteiligten.

 

Aktuelle Spardebatten machen auch vor der sozialen Infrastruktur für junge Menschen nicht halt. Dies steht im Widerspruch zur wachsenden Bedeutung von Jugendarbeit in Zeiten zunehmender sozialer Ungleichheit, der über eine Verstärkung von Angeboten in Gebieten mit hoher Armutsquote entgegengewirkt werden könnte.

Die OKJA kann durch ihre niedrigschwelligen, non-formalen Bildungsangebote einen wichtigen Beitrag leisten, um Benachteiligungen abzubauen und positive Lebensbedingungen für armutsbetroffene junge Menschen zu schaffen. Dabei ist eine Doppelstrategie nötig: Einerseits die direkte Unterstützung der Kinder und Jugendlichen, andererseits die Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen in benachteiligten Regionen.

Als Fachkräfte müssen wir uns geschlossen für eine Kindergrundsicherung einsetzen, die ihrem Namen gerecht wird und nachhaltig zur Bekämpfung von Kinderarmut beiträgt. Gleichzeitig gilt es, die bestehenden Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendarbeit allgemein zu stärken und auszubauen, um allen jungen Menschen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – Teilhabe und Entwicklungschancen zu ermöglichen.

(Text: Kristina Leimbach-Goerlt, Referentin Offene Jugendarbeit / ELAGOT)

Bereit zum Handeln? Hier (oder unten im Downloadbereich) findet ihr passendes Infomaterial und weiterführende Links :

Grafik: Bin ich ein guter Ally?

Arbeitsblatt: Meine Berührung mit Armut

LVR: „Unterstützung & Wirkungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Monitoring Kommunaler Präventionsketten gegen Kinder- und Jugendarmut.“( Heft 2 │ August 2020)

Artikel: „Wirksame Armutsbekämpfung als Schlüssel zum Schutz von Kinderrechten

 

„Kinder haben ein Recht auf angemessene Lebensbedingungen“

-Artikel 27 UN-Kinderrechtskonvention
Jedes fünfte Kind und jede*r vierte Jugendliche in Deutschland sind von Armut betroffen. Armutserfahrungen prägen ein Leben lang und wirken sich auf Teilhabe- und Bildungschancen aus.
Die aktuellen politischen Maßnahmenpakete zur Verbesserung der Lebenslagen von Kindern und ihren Familien bleiben ohne Wirkung. Das Existenzminimum von Kindern und Jugendlichen wird durch eine Kindergrundsicherung, die kaum mehr Geld in die Familien bringt, sondern eher eine Verwaltungsreform ist, nicht gesichert.
 
Der Erhalt sozialer Infrastruktur für Kinder und Jugendliche und die Bekämpfung von Armut ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit und eine Frage von Generationengerechtigkeit:
Was sind uns die Kinder wert?
 
In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben wir nicht die Einflussmöglichkeit um Armut zu beseitigen, aber wir können vertrauenswürdige Verbündete für Kinder und Jugendliche in Armut sein und fragen: Was heißt armutssensibles Handeln konkret in unserer Arbeit?
Für alle, die jetzt mit uns ins Tun kommen möchten, haben wir hier eine Auswahl weiterführender Links zusammengestellt:
Herausforderung für die Kinder- und Jugendhilfe