Neu im Amt: Isa Dvorak

Seit dem 1. Oktober gibt es eine neu geschaffene Landesfachstelle für Sexuelle Bildung in evangelischer Offener Kinder- und Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit. Wir freuen uns sehr Isa Dvorak als Repräsentantin dieses wichtigen Themengebiets und als neue Kollegin im Amt für Jugendarbeit begrüßen zu dürfen. Frau Dvorak hatte zuvor bereits, unter anderem, als Jugendleitung der Trinitatis-Gemeinde in Duisburg immer wieder wichtige Akzente im Bereich sexueller Bildung gesetzt.

Als Startschuss für ihre neue Rolle und zur Vorstellung für alle Interessierten, aktuellen und zukünftigen Kolleg*innen, haben wir Frau Dvorak direkt unsere „Neu im Amt“ Fragen auf den virtuellen Schreibtisch gelegt:

 

 Wer sind Sie und was macht Sie aus?

Ich bin Isa Dvorak und freue mich, kommend aus der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, über ein „Arbeits-Du“.

Die letzten 8,5 Jahre habe ich in der Ev. Kirchengemeinde Trinitatis in Duisburg hauptsächlich das dortige Jugendzentrum mit der ansässigen Offenen Tür geleitet.

Durch meine Ausbildung als Gemeinde-, und seit Juni 2021 als Sexualpädagogin, verbinde ich diese beiden, für manche Menschen kontrovers angesehenen, Schwerpunktthemen als Sozialarbeiterin.

 

Wie kommst Du zum Amt für Jugendarbeit?

Das Handlungsfeld Sexuelle Bildung wurde in der Evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Ende 2021 neu geschaffen. Finanziert ist sie aus Geldern zur Prävention sexualisierter Gewalt des Landes NRW.

Die Evangelische Landesgemeinschaft der Offenen Türen NRW (ELAGOT NRW) und die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend NRW (AEJ NRW) haben die erhaltenen Gelder zusammengelegt und ermöglichen somit, seit Ende 2021, die Finanzierung der zunächst als Projektstelle geförderten Stelle von Janina Gruß und seit 01. Oktober 2023 die Stelle, die ich nun inne habe. Ab 2024 sind beide Stellen keine Projektstellen mehr, sondern dauerhaft eingerichtet. Das Arbeitsfeld bildet sich aus der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und der Jugendverbandsarbeit. Mit der Verortung der Stellen in den Ämtern für Jugendarbeit eröffnen sich gute Möglichkeiten zur Netzwerkarbeit mit anderen Handlungsfeldern der Evangelischen Jugendarbeit. Janina Gruß und ich verstehen uns als Team für die gesamte Evangelische Jugend in NRW.

 

Wieso ist für Dich insbesondere das Feld der Sexuellen Bildung so wichtig und spannend?

Alle Menschen sind sexuelle Wesen, schon vor der Geburt bis zum Tod. Wir lernen dabei ein Leben lang. Doch die für die Meisten prägendste Zeit stellt die Kindheit mit der Jugend dar. In dieser Zeit der Selbstentwicklung bieten sich die größten Chancen für Fachkräfte jungen Menschen positive Einstellungen zu den Themen Körper, Beziehung, Identität und Neigung nachhaltig für ihr Leben mitzugeben. Von Fachkräften wird erwartet, dass sie dies „schon irgendwie machen“. Aber jede einzelne Fachkraft bringt ihre eigene sexuelle Sozialisation mit, mit der sie diese Aufgabe meistern soll. Das beeinflusst die unterschiedlichsten Haltungen und Handlungsweisen in den Einrichtungen. Am spannendsten wird es daher sein, die Fachkräfte zu erreichen und zu ermutigen, die bisher wenig Berührung mit dem Thema der „Sexuellen Bildung“ hatten und vielleicht Vorbehalte mitbringen.

 

Und was würdest Du in Deiner neuen Position gern erreichen?

Schutzkonzepte sind für die Prävention sexualisierter Gewalt unabdingbar. Doch sie bergen auch die Gefahr, dass Einrichtungen sie hin zu Desexualisierungsstrategien entwickeln. Kontrolle und Verbote sind allerdings nicht der Schlüssel zur Prävention sexualisierter Gewalt. Erlernen von Sprachfähigkeit, Selbstbewusstsein über den eigenen Körper, Wahrnehmung eigener Gefühle und Bedürfnisse, die Fähigkeit zur respektvollen Aushandlung eines gemeinsamen Konsens und eine sexpositive Haltung sind unsere Ziele in der Sexuellen Bildung. In den Einrichtungen der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wie auch der Jugendverbandsarbeit möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche zu sexuell selbstbestimmten Menschen wachsen.