Miriam Lehberger ist eine von sechs „Gästen der jungen Generation“ auf der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland, die vom 11.-16.Januar 2015 in Bad Neuenahr tagt.
Die 22-jährige vertritt die Evangelische Jugend Saar auf der Delegiertenkonferenz, dem Entscheidungsgremium der Evangelischen Jugend im Rheinland. Sie ist zum ersten Mal auf der Landessynode und berichtet hier jeden Tag von dem, was passiert und was sie zusammen mit den anderen jungen Leuten erlebt.
(K)eine Stimme für die Jugend
Nachtrag zu gestern:
Unser Anliegen, zwei Stimmen für die Ev. Jugend auf der Landessynode zu verankern, wurde folgendermaßen umgesetzt und von der Synode einstimmig beschlossen (1.Lesung):
- Nach Artikel 135 Satz 1 wird folgender Satz eingefügt: „Dabei sind mindestens zwei zum Presbyteramt befähigten Vertreterinnen und Vertreter der jüngeren Generation zu berücksichtigen.“
- Zusätzlich gibt es einen Synodalbeschluss zu Änderung Art.135 der KO: „Nach der von der Kirchenleitung in Kraft gesetzten Ordnung der Evangelischen Jugendarbeit im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland nimmt die Evangelische Jugend im Rheinland `die Belange der Jugend im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland Dienst der Kirche entsprechend ihrem Gesamtauftrag durch Beratung und Beschlussfassung wahr.´“
–> Das heißt jetzt auf Deutsch: Die zwei Stimmen sind in der Kirchenordnung verankert und zusätzlich gibt es einen Beschluss, der die Kirchenleitung verpflichtet, diese zwei Stellen mit jungen Menschen aus der EJiR zu besetzen.
Damit können wir zufrieden sein. Uns ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, als dies durch die Synode verabschiedet wurde.
Ein großer Dank geht auch noch an Michael Schneider vom Kirchenkreis Gladbach-Neuss, der uns bei der Ausarbeitung des Synodalbeschlusses mit aller juristischer Fachkompetenz zur Seite gestanden hat.
Sechster und letzter Synodenbericht 16.01.2015
Ja, da ist er: Der letzte Tagesbericht von der Landessynode 2015 der EKiR. Es ist für uns kaum zu glauben. Am Sonntag kamen wir hierher, fünf von uns zum ersten Mal und teilweise sehr kurzfristig. Wir wussten nicht, was auf uns zu kommen wird, wie wir von der Synodalgemeinde aufgenommen und wahrgenommen werden. Wir waren angespannt, weil es Entscheidungen gegeben hat, die uns in Zukunft betreffen werden. Wir kämpften mit Herz und Leidenschaft für die Evangelische Jugend im Rheinland. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir das Bestmöglichste herausgeholt haben, auch, wenn wir gerne mehr gehabt hätten. Aber es war einfach nicht mehr drin und mit den Ergebnissen können wir so ganz gut leben.
Nach einem Ständchen und Gratulationen des Präses für unser Geburtstagskind Philipp, bogen wir in der letzten Plenarsitzung auf die Zielgerade der Landessynode 2015. Es stand auch nicht mehr sehr viel auf der Tagesordnung. Die Kirchenordnungsänderung des Artikels 135 (zweite Stimme für die Jugend) musste noch durch die zweite Lesung. Aber das war nur noch reine Formsache. Am Ende verlas Helga Siemens-Weibring noch den Synodensplitter, ein humorvoller Rückblick auf die letzten fünf Tage.
Zuletzt können wir nur Danke sagen:
- für Eure Treue, sei es beim Lesen des Tagesberichts oder auf unserer Facebookseite
- den Synodalen, für die tollen Gespräche und die Aufmunterungen
- Simone, für die liebe Betreuung und Dein Brennen für die EJiR
- und nicht zu vergessen: Unser Miteinander! Das hat die Woche einfach unbeschreiblich gemacht.
Bis nächstes Jahr, Eure Jugenddelegation
Fünfter Synodenbericht vom 15.01.2015
Heute hieß es für uns: Die erste Lesung zur Kirchenordnungsänderung bezüglich unserer zweiten Stimme auf der Landessynode stand auf der Tagesordnung. Das zweite große Thema, was uns betreffen wird. Da sind wir natürlich schon mit einer gewissen Grundspannung in den Tag gestartet. Mirco und Miriam besuchten morgens noch den KO-Ausschuss, denn dort wurde der von den beiden mit Hilfe von Michael Schneider (Kirchenkreis Gladbach-Neuss; Danke nochmal für Ihre Hilfe) kurzfristig formulierten Synodalbeschluss verhandelt.
Gegen 15:00 Uhr fanden wir uns wieder rechtzeitig zur Plenarsitzung im Konferenzsaal des Dorint Hotels ein. Die Tagesordnung zeigte: Änderung der Kirchenordnung würde noch etwas dauern.
Wir rissen uns aber während der anderen Diskussionen im Plenum zusammen, weil wir wussten, dass gleich die Kirchenordnungsänderung auf dem Plan stand. Obwohl es ziemlich sicher war, dass es so durch die Synode gehen würde, dank der Lösung mit dem Synodalbeschluss, waren wir doch aufgeregt. Aber es ging alles gut, unser Antrag und der Synodalbeschluss wurden einstimmig verabschiedet. Mit Applaus dankten wir der Synode und die Anspannung fiel von uns ab.
Abends ging es dann für uns in den Irish Pub. Denn wir wollten ja schließlich in Philipps 20. Geburtstag feiern. Nach einer kleinen Feier dort, verlagerten wir unsere Runde, wo auch sonst hin, in die „bayerische Botschaft“. Auch dort wurde Philipp mit lautem „Viel Glück und viel Segen“ in Empfang genommen. Nico, der von den Theologiestudierenden in die Synode entsendet wurde, verzauberte uns dann dort noch mit Kartentricks. Das war ein gelungener Tagesabschluss, Danke Nico.
Irgendwann machte sich aber dann doch die Müdigkeit von der Anstrengung und wir gingen zufrieden ins Hotel.
Bericht des viertens Synodentages vom 14.01.2015
Der Tag begann für uns nach dem Frühstück mit den letzten Ausschusssitzungen. Der Kirchenordungsausschuss tagte noch einmal zu unserer Änderung bezüglich der zweiten Stimme.
Gegen 13h fanden wir uns alle mit unserem Dezernatsleiter Stefan Drubel im Le Mans zum Mittagessen ein. Eingeladen hatte Klaus Eberl. Dafür noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön. Dort lernten wir auch kennen, dass es extra für Synodale eine eigene Speisekarte gibt. Diese ist dazu da, dass die Synodalen schnell essen können, also eine Schnellspeisekarte.
Und dann ging es in den Plenarsaal, das große Thema „Haushaltskonsolidierung“ stand auf dem Plan. Wir waren alle sehr angespannt und aufgeregt, weil wir nicht wussten, was auf uns zukam.
Wir haben in den Arbeitsgruppen zum Thema „Haushaltskonsolidierung“ versucht, zumindest die feste Schraube an den 420.000€ zu lockern. Leider ist uns das nur teilweise gelungen.
Erfreulich war, dass genau um 18 Uhr, als unser Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde, ein großer Gong erklang und Miriam ihre Wortmeldung hielt. Großer Zuspruch kam von allen Seiten und Miriams Rede hat die Synodalen sehr berührt. Im Anschluss konnte Mirco noch einmal an die Worte der Jugend anknüpfen und sich für die Jugend aussprechen. Kurzum: das Timing war kein Zufall, sondern Fügung und hat uns und unseren Belangen viel Aufmerksamkeit geschenkt.
Dennoch hat das Plenum sich dazu entschieden, die 420.000€ als Zielsetzung für die Einsparungen bei der Jugendarbeit beizubehalten. Das schmerzt uns natürlich sehr und frustriert auch. Wir haben deshalb auch explizit gebeten, dass wir bei diesem Weg von der Kirchenleitung intensiv betreut werden und dies wurde uns auch zugesagt
Unsere Kirchenordnungsänderung bezüglich unserer festen zwei Stimmen wird erst am Donnerstag verhandelt, sodass bei uns, zumindest erst einmal, die Anspannung abfiel.
Bericht des dritten Synodentages vom 13.01.2015
Der Tag begann mit der 3. Plenarsitzung. Eröffnet wurde der Tag mit einer Andacht von Dr. Yohanna Katanacho.
Dann begann die eigentliche Sitzung mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Hellmut Zschoch. Sein Impuls bezog sich auf das Synodenthema „Wie Gott zur Welt kommt“. Dabei bezog er sich mehrfach auf die EKD-Erhebung über die Kirchenmitgliedschaft in Deutschland und stellte darin klar, wie z.B. regelmäßige Kirchgänger an Amulette, Steine oder Kristalle glauben. Dazu können wir sagen, dass der Vortrag schon interessant war, aber wir im Moment keinen Mehrwert für die Synode und zu den aktuellen Prozessen sehen.
Danach hieß es für uns wieder: Ab in die Ausschüsse. Dabei wurden in mehreren Ausschüssen unsere Belange, also einmal die zweite feste Stimme für die EJiR auf der Landessynode und die Sparmaßnahmen, die uns betreffen werden, verhandelt. Das war wirklich anstrengend. Manchmal ist es ein Ringen und ein Reden gegen Wände, auch wenn sich kleine Lichtblicke abzeichneten. Zwischendurch trafen wir uns immer wieder, um die Ergebnisse aus den verschiedenen Ausschüssen zu berichten und unser weiteres Vorgehen abzustimmen, was sehr wichtig war.
Abends trafen wir uns dann nochmal zum Abreagieren in der „bayerischen Botschaft“.
Bericht des zweiten Synodentages vom 12.01.2015
Der Tag begann für uns erst einmal mit einem stärkenden Frühstück. Dort berieten wir schon einmal unsere Vorgehensweise in den Arbeitsgruppen zur „Haushaltskonsolidierung“.
Gegen halb neun machten wir uns auf, Richtung „Dorint-Hotel“, um unsere Plätze der Jugend einzunehmen. Die Plenarsitzung wurde mit einer Andacht, gehalten von Dr. Deborah Weissmann aus Jerusalem, eröffnet.
Nach diversen Grußworten von Hannelore Kraft, Gerhard Robbers und Ulrich Commerçon, stieg Präses Rekowski sofort in seinen Präsesbericht ein. Darin berichtete er vor allem von den großen Prozessen in der EKiR, wie Haushaltskonsolidierung, Pfarrstellenplanung, um nur zwei zu nennen. Aber er betonte auch noch einmal die besondere Verantwortung von uns Christinnen und Christen für die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten. Dies hatten auch seine drei VorrednerInnen schon explizit betont.
Nach der Aussprache zum Präsesbericht machten sich Caro, Miriam und Simone zum Treffen der weiblichen Synodalen im Krankenhaus „Maria Hilf“ auf, während unsere Jungs ins Restaurant essen gingen.
Gegen 15.00 Uhr hieß es dann auf in die Arbeitsgruppen zur „Haushaltskonsolidierung“, die erste wichtige Aufgabe für uns. Uns ist es wichtig gewesen, noch einmal die Stellung der Jugend aufzuzeigen, und zu erklären, wie weh uns die Einsparungen tun werden.
Abends, bis ca. 22.00 Uhr, tagten dann die verschiedenen Ausschüsse. In den diversen Ausschüssen waren:
- Theologischer Ausschuss – Caroline Zündorf
- Finanzausschuss – Dennis Fröhlen und Lukas van Husen
- Ausschuss für öffentliche Verantwortung – Philipp Lavall
- Innerkirchlicher Ausschuss – Daniel Voß
- Kirchenrechtsausschuss – Mirco Leibig
- Ausschuss für Erziehung und Bildung – Miriam Lehberger und Simone Enthöfer
Und natürlich ging es danach in die bayrische Botschaft zum regen Austausch.
Bericht des ersten Synodentages am 11.01.2015
Gestern ging es los. Wir, die sechs Gäste der jungen Generation aus der ganzen rheinischen Landeskirche, machten uns auf nach Bad Neuenahr zur Landessynode 2015. Untergebracht ist unsere Delegation im Hotel Fürstenberg.
Gegen 15.30 Uhr begaben wir uns in Richtung Martin-Luther-Kirche zum Eröffnungsgottesdienst. Die Predigt von Superintendent Eckart Wüster war geprägt von den Anschlägen in Paris auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“: „Gott, Elohim oder Allah darf niemals für Terror und Mord herhalten“. Das hat uns wirklich beeindruckt.
Nach dem Gottesdienst gingen wir ins Brauhaus von Bad Neuenahr zum gemeinsamen Abendessen.
Und dann hieß es: Erste Plenarsitzung. Die erste Plenarsitzung befasste sich vor allem mit den Formalien der Synode. Am Ende führten Präses Rekowski und Oberkirchenrat Baucks in das Thema „Haushaltskonsolidierung“ ein. Dies sollte als Grundlage für die Verhandlungen in den Arbeitsgruppen und den Ausschüssen dienen.
Gegen 22.30 Uhr schloss Präses Rekowski die Plenarsitzung und wir begaben uns, wohin auch sonst, gemeinsam in die Bayrische Botschaft. Dort besprachen wir den Tag und die Aufteilung in den Arbeitsgruppen am Montag.
Fazit des ersten Tages: Die Landessynode ist sehr beeindruckend und wir freuen uns auf die Arbeitsgruppen und die Ausschusssitzungen.
