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Evangelische Jugend im Rheinland

„Teilen kann heilen“

Am 7. Oktober 2017 fand in Köln das Finale des Poetry-Slam-Wettbewerbes „Wortanschlag“ statt, den die Evangelische Jugend im Rheinland, EJiR, anlässlich des Reformationsjubiläums ausgerufen hatte.

Die Siegerin des Poetry-Slam Wettbewerbs "Wortanschlag": Lili Köppel aus dem Kirchenkreis Aachen Die Siegerin des Poetry-Slam Wettbewerbs "Wortanschlag": Lili Köppel aus dem Kirchenkreis Aachen

„Respect the poets“

Projektleiter Nils Kruse, Referent im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland hatte den Abend gemeinsam mit einem technischen Team und Ehrenamtlern aus dem Evangelischen Jugendpfarramt in Köln organisiert und für ein besonderes Ambiente in der altehrwürdigen Trinitatiskirche gesorgt. Vor dem Altar standen gemütliche Sofas für die acht Finalisten, auf die Wand dahinter wurden Direkt-Videos vom Geschehen projiziert und auf dem Boden sorgten Scheinwerfer für farbige Effekte. „Das Slammen vor Publikum ist ein wunderbares Setting um individuelle Texte mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung in die Wohnzimmer-Öffentlichkeit zu tragen. Ein Poetry-Slam ist gleichsam Seismograf der Lebensentwürfe, Wünsche und Forderungen junger Menschen “ so Kruse. Die Texte müssen selbst verfasst und dürfen nicht länger als fünf Minuten sein, Kostüme oder Requisiten sind nicht erlaubt.
„Respect the poets“, Respekt für die jungen Poeten und Poetinnen forderte Nils Kruse noch vom Publikum, bevor es dann losging.

Probe mit dem „Opferlamm“

Anke Fuchs, selbst Slammerin führte souverän und mit viel Charme und Witz durch den Abend. Sie erklärte das weitere Procedere: Es gab zwei Vorrunden mit jeweils vier Teilnehmenden, aus denen sich dann zwei Finalist*innen ergaben, die dann noch einmal mit einem zweiten Text gegeneinander antraten. Für das Vorrundenvoting wählte sie spontan und zufällig zehn interessierte Gäste aus, sie bekamen Tafeln mit Ziffern von eins bis zehn. Für einen ersten Probedurchlauf stellte sie sich selbst als sogenanntes „Opferlamm“ zur Verfügung und präsentierte einen eigenen Text, indem sie sich sowohl mit den die guten wie auch den unangenehmen Seiten einer Pfarrerstochter auseinandersetzte.

Das Finale

Die Finalisten des Abends, sechs junge Frauen und zwei junge Männer, haben sich alle schon in ihren Heimat-Kirchenkreisen Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, Krefeld, Lennep, Niederberg und Trier an die Spitze geslammt.

Nun bilden Linda Kuchta aus Krefeld, Lisa Kluge aus Düsseldorf, Anne Fassbender aus Lennep und Lukas Kauls aus Niederberg das erste Team, zusammengesetzt mittels eines Losverfahren.

Linda bezieht sich in ihrem Text auf Luthers Satz „Hier stehe ich – ich kann nicht anders“ und fragt zurück: wer kann das schon? Sie plädiert für das Recht auf Individualität. Lisa studiert Theologie und setzt sich intensiv mit Texten von Dorothee Sölle auseinander „jeder von uns wurde von Gott schön geträumt“, Samira aus Afghanistan und Linda, die Atheistin. Auch Anne ist Theologiestudentin und philosophiert über den Begriff „Wortanschlag“: „Worte schaffen keine Strukturen.“ Lukas wünscht sich, dass es öfter mal klick macht, aber nicht im Handy. Sein Appell richtet sich an die Weltgemeinschaft- digital und real. Alle Texte kammen gut an, sehr knapp setzte sich Lisa Kluge als erste Finalistin durch.

In der zweiten Gruppe treten Tim Germund aus Köln, Charlotte Fischer aus Bonn, Lili Köppel aus Aachen und Teresa Hanck aus Trier gegeneinander an. Tim philosophiert über ein Improvisations-Beziehungstheater zwischen Jetzt und Zukunft. Charlotte formuliert einen Brief an den Gutmenschen, Lili nutzt den Eisbären als Symbol für den Kampf zwischen Umwelt und Ökonomie und Teresa macht sich Gedanken über die Folgen der Digitalisierung, über „Big data“. Als Siegerin aus dieser Gruppe ging Lili Köppel hervor.

Die Gewinnerin kommt aus Walheim im Kirchenkreis Aachen

Beim letzten Finale des Abends entscheidet das Publikum mittels Lautstärke. Kurz nach 21 Uhr ist es eindeutig: Nach tosendem Applaus von 300 begeisterten Zuschauern in der Kölner Trinitatiskirche gewinnt Liliane Köppel aus Aachen das Finale des Wettbewerbes „Wortanschlag - deine These“ der Evangelischen Jugend im Rheinland. In ihrem Finaltext leitete sie eindrucksvoll über die Grundrechenarten zu ihrer Vision von Gesellschaft und Zusammenleben „Teilen kann heilen“.

So ganz konnte die strahlende Siegerin das alles noch nicht fassen, nach der ersten Runde hatte sie sogar das Gefühl, mit ihren Texten zu sehr vom Thema abzukommen. Darin hatte sie sich gründlich getäuscht. Bewahrheitet hat sich jedoch der Satz ihrer Mathelehrerin, dass die Schülerin vielleicht doch irgendwann begreifen würde, dass Mathematik zu irgendetwas gut sei. Damit leitete sie ihre Gedanken zu einer besseren Welt ein und dieser Spruch verhalf ihr dann ja auch zum Sieg des Wettbewerbes. Die junge Frau studiert Psychologie in den Niederlanden und hat dazu beigetragen, dass das Format „PoetrySlam“ in ihrer Heimatgemeinde Walheim für den Gottesdienst umgestaltet wurde. Sie hält es für ein wunderbares Mittel, zum Nachdenken über wichtige Themen anzuregen, „nicht so moralisch, sondern mehr reflektieren, was man selbst verändern kann.“ Für Lili Köppel ist es ein cooles Format, weil man auch junge Leute erreicht und man „total frei ist und alles sagen kann, was man möchte.“ Für sie ist es wichtig, seine Meinung zu sagen und Stellung zu beziehen, Sie wird es auch weiterhin slammen und vielleicht hören wir schon bald an anderer Stelle von ihr und ihren tollen Texten.

Die Finalist*innen Die Finalist*innen

Zufriedene Gesichter auch im Publikum

Nicht nur die jungen Poetinnen und Poeten freuten sich über den gelungenen Abend, auch Organisator und Projektleiter Nils Kruse war erleichtert, dass alles so gut geklappt hat und der Wettbewerb so gut angekommen ist. Auch Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer bedankte sich bei den jungen Leuten und überraschte sie mit einem kleinen Geschenk für ihr Engagement. „Wenn jemand so einen persönlichen Text von sich veröffentlicht, gibt er viel von sich preis und macht sich auch verletzbar. Insofern waren für mich diese Texte ganz besondere Geschenke, sie haben uns berührt und bewegt, uns einen Spiegel vorgehalten und zum Nachdenken gebracht, haben uns Gänsehaut beschert und zu einem Lächeln bewegt und das fand ich großartig.“

Die ehrenamtliche Vorsitzende der EJiR, Miriam Lohrengel, fand es sehr spannend, wie unterschiedlich die Beiträge waren, „weil ja angefangen von einem Eisbär bis zu Krieg und Frieden und dem großen Ganzen alles dabei war“. Interessant war für sie, dass so viele Theologiestudentinnen dabei waren, und sie fand es schön, „dass das Wort beim altersgemischten Publikum einhellig noch an so vielen Stellen Anklang findet und entsprechend gewürdigt wurde.“

Einen Mitschnitt des Siegerbeitrages gibt es unter https://www.youtube.com/watch?time_continue=13&v=NBXw1vN5PdM

Folgende Kirchenkreise nahmen am Wettbewerb mit Finalisten teil:

Anne Faßbender, 20, Vertreterin des Kirchenkreises Lennep

Charlotte Fischer, 20, aus Bonn

Tim Germund, 17, aus Köln

Teresa Hanck, 21, aus Trier

Lukas Kauls, 17, aus Niederberg

Lisa Kluge, 20, aus Düsseldorf

Lili Köppel, 23, aus Aachen

Linda Kuchta, 17, aus Krefeld

http://www.wortanschlag.info

http://www.lutherstaffel.de

 

 

JH/ 9.10.17

 

10.10.2017

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