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Evangelischer Kirchentag 2017

„Sie sind nicht plötzlich vom Himmel gefallen“

Ein Kommentar von Simone Enthöfer, Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland, zur Frage nach dem „jungen Gesicht“ des Kirchentages, angesichts einer sonst augenscheinlich alternden Kirche.

Jugendliche auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin Jugendliche auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin

In einem Interview zum Deutschen Evangelischen Kirchentag, DEKT, wurde Margot Käßmann befragt, wo plötzlich die vielen jungen Menschen herkämen? Warum beim Kirchentag so viele junge Gesichter zu sehen seien, Gemeinden vor Ort jedoch große Nachwuchsprobleme hätten?

Käßmann erklärte das Phänomen mit dem besonderen Format des DEKT, der eine Vielzahl von Angeboten mache, die für junge Leute attraktiver seien, als das, was sie vielerorts in den Kirchengemeinden erlebten. Auch in der Presse las man ähnliche Beobachtungen und Vermutungen. Dass kirchenferne Medienmenschen so denken und deuten, kann ich vielleicht noch verstehen, aber Kircheninsider?

Was, liebe Geschwister, glaubt Ihr denn, wo die vielen jungen Leute, die auf dem DEKT waren herkommen? Die fallen doch nicht alle zwei Jahre vom Himmel oder aus luftleerem Raum in die Kirchentagszentren ein, schmücken sich mit Motto-Schals und singen, beten, loben, diskutieren und feiern „auf Teufel komm raus“, obwohl sie normalerweise keine Berührungspunkte zur Kirche haben.

Was meint denn eigentlich das Wort „Kirche“?

Wenn man natürlich unter Kirche einzig und allein den gemeindlichen Sonntagmorgengottesdienst versteht, mag das für viele junge Leute, die zu den Kirchentagen fahren, zutreffen.  Die trifft man dann vielleicht nicht regelmäßig sonntagsmorgens unter der Kanzel. Aber das trifft auf etliche andere Kirchentagsgenerationen auch zu.

Ich bin mir sicher, es ist nur eine Minderheit von Menschen, die zum Kirchentag fahren und nie zuvor etwas mit Kirche zu tun hatten. Die meisten jungen Leute sind sogar in irgendeiner Form ehrenamtlich aktiv: Im Kindergottesdienst, der Konfirmanden- und Jugendarbeit. Sie leiten Kinder- oder Jugendgruppen, arbeiten in offenen Türen und auf Kinder- und Jugendfreizeiten mit, engagieren sich in politischen, diakonischen oder kulturellen Projekten, singen in Chören oder spielen in Bands. Sie gehören zu einer Jugendkirche, einer Schul- oder Studierendengemeinde, sind beim CVJM oder den Pfadfindern oder gehören einem anderen Jugendverband an.  Das alles ist aber doch auch Teil unserer lebendigen Kirche. Lasst uns doch diesen vielfältigen Schatz nicht immer so klein und schlecht reden. Warum spielen wir alles das gegen Sonntagmorgengottesdienste aus, auf die wir häufig das Kirche-Sein reduzieren?

Gottesdienst allein ist nicht Kirche

Ich will auch nicht auf der anderen Seite vom Pferd fallen: „Normale“ sonntägliche  Gemeindegottesdienste sind eine besondere Form von Kirche. Und auch wenn da häufig noch Luft nach oben ist, um diese Erscheinungsform für unterschiedliche Generationen attraktiv zu gestalten, es soll auch Gemeinden geben, in denen auch jüngere Generationen gerne und freiwillig in Gottesdienste gehen, sie zum Teil sogar regelmäßig mitgestalten. Aber der Gottesdienst allein ist eben nicht Kirche.

Das passt zu den Ergebnissen großer Jugendstudien der letzten Jahre. Viele junge Leute - getauft, wie nicht getauft - finden die wöchentlichen Gemeindegottesdienste unattraktiv, aber halten Kirche für eine wichtige Gemeinschaft.  „Die Kirche tut Gutes und übernimmt wichtige Aufgaben in der Gesellschaft.“ Und etliche engagieren sich in ihr. Die Motivation ist dabei immer: Mit Spaß in der Gemeinschaft etwas Sinnvolles für sich und andere zu tun.

Hätte mich jemand auf dem Kirchentag gefragt, wo kommen denn plötzlich die vielen jungen Menschen her, hätte ich gesagt: „Aus der Kirche – woher sonst?“ und dann hätte man sie ja mal selber fragen können, wo sie herkommen und wo sie sich überall in Kirche tummeln und für Kirche engagieren.

 

Simone Enthöfer, Landesjugendpfarrerin der EKiR

 

22.06.2017

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