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Evangelische Jugend im Rheinland

Evangelische Jugend lehnt Sparvorschläge ab

Vom 27.-28. September tagte die Herbstkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland mit rund 80 Delegierten in der Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen.

"Erklär-Video" "Erklär-Video"

Ursprünglich hatte sich die Konferenz das Schwerpunktthema „Sexuelle Vielfalt“ gegeben. Angesichts der gerade erst veröffentlichten Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung, die tiefe Einschnitte für die Evangelische Jugend als Jugendverband und Einrichtungen landeskirchlicher Jugendarbeit vorsehen, hatte der Vorstand der EJiR in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, die Tagesordnung zu ändern und sich stattdessen mit den Sparvorschlägen  (siehe hierzu "Erklär-Video") zu befassen und weitere Vorgehensweisen zu beraten. Zuvor hatte Miriam Lohrengel, Vorsitzende der EJiR, in einem Brief an die zuständigen Gremien und den zuständigen Dezernenten im Landeskirchenamt, Oberkirchenrat Klaus Eberl, die Befürchtung geäußert, „dass die Kürzungsvorschläge geeignet sind, den Zusammenhalt und Zusammenschluss in der Evangelischen Jugend im Rheinland erheblich zu beeinträchtigen, wenn nicht gar zu gefährden.“

Die Kirchenleitung erklärt sich
Auf Einladung der Konferenz erläuterte Oberkirchenrat Klaus Eberl, leitender Dezernent der Abteilung Bildung im Landeskirchenamt, wie die Sparvorschläge zustande gekommen waren und beantwortete die Fragen der Delegierten. Die Abteilung Bildung ist von den Sparmaßnahmen am meisten betroffen und soll in der dritten Sparrunde, der aktuellen Haushaltskonsolidierung, sechs Millionen Euro einsparen. Dabei gebe es landeskirchliche Aufgaben, die gesetzlich vorgeschrieben seien und nicht zur Disposition stünden, sodass sich Einsparpotentiale nur bei den freiwilligen Leistungen ergeben, so Eberl. Dabei schmerze es ihn sehr, dass es sich dabei um die Arbeitsfelder handle, wo Kirche mit der Gesellschaft in Kontakt sei: 4,5 Millionen sollen bei den Schulen und Internaten, eine Million beim Pädagogisch-theologischen Institut (PTI/ Haus der Begegnung) und 500.000 Euro bei der Jugendarbeit gespart werden. Bei den Einrichtungen der landeskirchlichen Jugendarbeit soll eine Landespfarrstelle eingespart werden, bei den Angestellten anderthalb Stellen. Der landeskirchliche Kinder- und Jugendplan in Höhe von 340.000 Euro soll komplett gestrichen werden, ebenso die Zuschüsse für Werke und Verbände, wie z.B. der CVJM. Im Gegenzug soll es einen Topf in Höhe von 140.000 Euro für innovative Projekte geben, der vom Dezernat und der Jugendarbeit verwaltet wird. Bei der aktuellen Spardebatte gehe es allein um die dringend notwendige Haushaltskonsolidierung, nicht um Inhalte. „Auch steigende Kirchensteuereinnahmen können den Haushalt nicht decken“, so Eberl, räumte aber auch ein, dass die Kirchenleitung viele Folgen ihrer Beschlüsse nur ahnen könne.

Was bleibt von Evangelischer Jugend?
In der anschließenden hitzigen, aber dennoch sachlichen Diskussion ergaben sich viele Fragen. Einig waren sich die Delegierten, dass durch die Sparvorschläge die Evangelische Jugend in ihrer Pluralität infrage gestellt und zerschlagen werde. Miriam Lohrengel beklagte, dass die Evangelische Jugend nie in den Diskussionsprozess mit eingebunden worden sei. Die Kirchenleitung agiere nach dem Motto „wir wissen nicht, was wir tun, aber wir tun es trotzdem“ und „von den zwei Beinen, die wir haben, wird uns eins abgeschnitten und am zweiten wird schon gesägt.“ Die Unabhängigkeit des Jugendverbandes stehe auf dem Spiel, Transparenz und Partizipation fehle, so Lohrengel.
Jörn Ruchmann, Jugendreferent im Kirchenkreis Köln rechtsrheinisch erklärte, ihm falle es schwer, nach außen zu kommunizieren, was Kirche mache. Die geplanten Einsparungen seien keine Kürzungen, sondern Umverteilungen. Auch aus diesem Grund hat er mit Unterstützung des Evangelischen Jugendpfarramtes Köln ein „Erklär-Video“ zur Haushaltskonsolidierung produziert. Dort gelingt es, komplizierte Dinge einfach zu erklären. Dem Video liegt die bisher veröffentlichte Kurzfassung der Sparvorschläge zugrunde. In seiner Kürze simplifiziert es und bezieht Stellung im Sinne der Evangelischen Jugendarbeit.
„Das Diktat liegt bei den Finanzen und nicht bei den Inhalten“. Deshalb plädierte Lutz Zemke vom Kirchenkreis Moers für eine „ASO“, ausser-synodale Opposition, die den Synodalen der Landessynode erklärt, welche Konsequenzen ihr Votum für die Einsparungen bei der Jugendarbeit nach sich ziehen würde.

Evangelische Jugend im Rheinland wehrt sich gegen Sparbeschlüsse
Einstimmig beschlossen sie ein Papier, in dem die Forderungen der Evangelischen Jugend gebündelt sind. Dieses soll in den Kreissynoden und den landeskirchlichen Gremien kommuniziert und an die Kirchenleitung gegeben werden. Darin fordert die EJiR, auf der Landessynode 2015 nicht unüberlegt über die Sparmaßnahmen zu entscheiden und erst danach über neue Konzeptionen nachzudenken. Stattdessen soll zunächst mit allen Beteiligten und Betroffenen beraten werden, wie bessere Lösungen erreicht werden können.
In der Begründung heißt es, dass aufgrund von Zeitmangel nicht mit dem Jugendverband EJiR, den betroffenen Werken und Verbänden des Kirchlichen Förderplans, dem Friedensdienst und der Ev. Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof e.V. gesprochen worden ist, was aber auf der Landessynode 2014 zugesagt worden war. Durch die angedachten Sparmaßnahmen werde ein sorgfältig zwischen den Ebenen, Akteuren und Verbänden entwickeltes und ausbalanciertes System gefährdet.

Der komplette Wortlaut des Beschlusses kann hier heruntergeladen werden

Erfolgreiches Jugendcamp
Ruth Klevinghaus präsentierte als Projektleiterin die Auswertung des Jugendcamps der EJiR vom 19.-22. Juni in Siegburg. Ein Dokumentations-Film fasste Eindrücke und Ereignisse vom Camp zusammen, der noch einmal die ganze Bandbreite und Vielfalt Evangelischer Jugend abbildet. Gastgeber und die Landeskirche sind sehr zufrieden mit dem Camp. Auch in der Außenwahrnehmung wurde das Jugendcamp positiv aufgenommen und als „ein Stück Hoffnung für die Evangelische Kirche“ kommentiert. (Kölner Stadt-Anzeiger) Für Max Schlösser, Mitglied des Vorstandes, ist das Jugendcamp „das Flaggschiff der Evangelischen Jugend“. Das Camp kostete rund 400.000 Euro, davon zahlte der Veranstalter die Hälfte, der andere Teil kam über unterschiedliche Zuschüsse und Teilnehmerbeiträge rein. „Echtes Kirchgeld“ steckte mit 150.000 Euro in der Veranstaltung, also bei 3000 Teilnehmern 75 Euro pro Kopf, rechnete Ute Sparschuh, Grundsatzreferentin im Amt für Jugendarbeit, vor. Hier eine detaillierte Evaluation des Jugendcamps.

Hohe Anforderungen an das Organisationsteam stellte das sehr umfangreiche Sicherheitskonzept, das von der Stadt Siegburg gefordert wurde, zudem Änderungen in letzter Minute. Vor Ort gab es gemessen an der Teilnehmerzahl zu wenig ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Diese Erfahrungen sollten bei einem weiteren Jugendcamp im Vorfeld besser berücksichtigt und kommuniziert werden.

Nachwahlen im Vorstand
Pascal Ertl, bisheriger stellvertretender Vorsitzender der EJiR, hat sein Amt zurückgegeben. Als sein Nachfolger wurde der 29-jährige Mirco Leibig aus dem Kirchenkreis Köln-Süd gewählt. Alexander Schuhmann, 22, von der Evangelischen Jugend Essen wurde in den Jugendpolitischen Ausschuss nachgewählt.

Die nächste DK findet wieder in Altenkirchen vom 7.-8. März 2015 statt.

JH 29.9.14

 

29.09.2014

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