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Test für die globale Wirtschaft

Pisa ohne Ende

Der Unterschied zwischen heute 28-Jährigen und 16-Jährigen ist: 28-Jährige sind statistisch gesehen dümmer. Zumindest hatten sie als 15-Jährige nicht die tollen Kompetenzen drauf, die ihre 2012 Pisa-getesteten 15-jährigen „kleinen Brüder“ heute haben.

Der 28-Jährige trug vor 12 Jahren noch zum Schock bei, der 16-Jährige macht uns Freude. Denn die 2012 getesteten 15-jährigen (in Deutschland 5000 von insgesamt 800 000) haben Deutschland über den OECD-Durchschnitt gepaukt, haben Finnland und andere Europäer so gut wie eingeholt und werden nur noch von ein paar ostasiatischen Stadt- und Kleinstaaten (sorry Korea, Geografie gehört nicht zum Programm) wie Shanghai, Singapur, Taipeh, Honkong, Macao, Japan, Korea abgehängt.



Angeblich bescheren uns dieses schöne Ergebnis die inzwischen eingeführten Bildungsstandards, infolge Lernstandserhebungen, Ländervergleichsarbeiten, Leseförderung (also Durchtestung der 4-Jährigen in den KiTas), und Ganztagsschulprogramme – so der KMK-Präsident (Dorgerloh, SPD).



Herr Schleicher, der deutsche PISA-Koordinator der OECD, fügt noch die „Frühkindliche Bildung“ insgesamt dazu und gibt uns damit versteckt sofort eine Matheaufgabe auf:

Wenn nach 2000 über diese nachgedacht wurde, ab 2006 etwa entsprechende Konzepte umgesetzt wurden und damals 3-Jährige in deren Genuss kamen, wie alt sind die dann 2012? Genau, 9 Jahre, und damit noch lange nicht in der Testgruppe – die war nämlich so ca. Jahrgang 1997 und hat als 3-Jährige noch gespielt statt sich gebildet wie die Jahrgänge vorher auch!

Logik hin oder her, oder vielmehr Kompetenzorientierung, von der Herr Schleicher sagt, die müsste noch besser entwickelt werden, denn: „Die globale Wirtschaft bezahlt die Leute im 21. Jahrhundert nicht mehr für das, was sie wissen, sondern für das, was sie mit diesem Wissen tun.“ (in FR 4.12.) Also Rechnen zum Beispiel, wer wann wie alt war. Oder Schlüsse ziehen: Denn wenn laut Herrn Schleicher immer noch zu viel Stoff frontal vermittelt wird – wieso sind dann die Ostasiaten vorn? Aber ach so, es geht ja darum, was man für die globale Wirtschaft und die Konzerne tut. Mit seinem Wissen.



Das ist für Vertreter nicht- frühgeförderter Generationen sowieso zu hoch. Schauen wir lieber nach unten:

Die Verlierer sind nach wie vor die, denen die mangelnden Kompetenzen sozusagen sozial vererbt werden, aufgrund ihrer sozioökonomisch und kulturell schwierigen Herkunft. Insgesamt sind zwar auch die am schlechtesten Abschneidenden etwas besser geworden, aber dass nur 7% der aus schwierigen Verhältnissen stammenden 15-Jährigen in Mathe gut oder sehr gut ist, tut weh (Durchschnitt bei Jungen 20%, Mädchen – hallo: auch hier wieder eine versteckte Mathekompetenzaufgabe: „Jedes 7. Mädchen“, das sind 14,3%, nämlich 100 geteilt durch 7).

Das tut weh, sowohl hinsichtlich der Bildungsverlierer wie der Mädchen, weil nun eiligst ein Zusammenhang von Mathekompetenz und beruflichem Erfolg sowie sagen wir mal "Lebensglück überhaupt" behauptet wird (OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger).



Kompetenz, Wissen, Logik und Unlogik: Es sei hier daran erinnert, dass der 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung mit Nachdruck feststellt, dass die ganze Institutionalisierung von Bildung und Erziehung von U-3 bis Ganztag der Herkunftsbedingten Ungleichheit nun auch noch eine zunehmende institutionelle hinzufügt – weil alle diese Institutionen und die in ihnen stattfindenden Förderungen und Tests so mittelschichtorientiert sind, dass sie deren Kindern die Chancen noch mal verbessert und die anderen noch mehr abhängt.

Das ist wahre Logik und genauso plausibel wie die Klagen der jungen Menschen in der Ev. Jugend, dass weder sie selbst für ihr Engagement noch die Kinder, für die sie Freizeit-Angebote machen wollen, noch ausreichend Zeit dafür haben.

Aber die dabei zu erwerbenden Kompetenzen sind ja weder PISA- noch „Globale Wirtschaft“ im Schleicher-Sinn-kompatibel.

Spu, Dez 13.

 

05.12.2013

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