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Evangelische Jugend im Rheinland

Keine Zeit für Jugendarbeit ?!

Zu diesem Thema tagte die Herbstkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland mit rund 80 Delegierten vom 27.-28.September 2013 in der Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof in Solingen.

Miriam Lohrengel und Max Schlösser aus dem Vorstand der EJiR amüsieren sich nach einer langenArbeitsphase gemeinsam mit anderen Delegierten beim Impro-Theater Miriam Lohrengel und Max Schlösser aus dem Vorstand der EJiR amüsieren sich nach einer langenArbeitsphase gemeinsam mit anderen Delegierten beim Impro-Theater

Als Einstieg ins Thema stellte Karin Wehmeyer die Ergebnisse ihrer Studie „Keine Zeit für Jugendarbeit?! Ein beschleunigtes Jugendalter als Herausforderung für Jugendverbände“ des Forschungsverbundes der Technischen Universität Dortmund und des deutschen Jugendinstituts DJI, vor. Die Studie versuchte herauszufinden, welche Anforderungen sich für die verbandliche Jugendarbeit aus der Beschleunigung und Verdichtung des Jugendalters ergeben. Verändert haben sich unser Schulsystem durch Ganztag und G8, aber auch die Kommunikation der Jugendlichen über soziale Netzwerke.

Die Bedürfnisse ändern sich
Die Verbände nehmen wahr, dass Jugendliche in den letzten Jahren weniger Zeit für ehrenamtliches Engagement haben. Dabei hat aber die Anzahl der ehrenamtlich Engagierten nicht abgenommen. Dadurch ändern sich Bedarfe. Eine flexiblere Abstimmung von Angeboten ist nötig und Arbeitsanteile verlagern sich auf beruflich Mitarbeitende. Diejenigen, die dabei sind, können jedoch ihr Engagement gut mit sonstigen Pflichten vereinbaren und für sie hat die Verbandsarbeit auch einen hohen Stellenwert innerhalb ihrer Freizeitgestaltung. Ein weit größeres Zeitproblem, ihr Ehrenamt auszuüben, haben Studierende nach der Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge. Viele Verbände reagieren auf diese neuen Herausforderungen mit Hilflosigkeit und wenig konkreten Ideen.

Karin Wehmeyer stellt die Jugendstudie vor Karin Wehmeyer stellt die Jugendstudie vor

Social Media in der Verbandskommunikation
Die veränderten Kommunikationsstrukturen im Web2.0 kommen auch bei den Verbänden an, sie nutzen die Möglichkeiten jedoch nicht in vollem Umfang aus. Hier ist für die Verbände noch „viel Luft nach oben“, indem sie soziale Netzwerke nicht nur zur Vernetzung und Kommunikation nutzen, sondern zum Beispiel auch Blogs mit Beteiligungscharakter erstellen, so Wehmeyer.

Strategien und Chancen für die Zukunft
Aufgrund der Ergebnisse ihrer Studie empfiehlt Karin Wehmeyer der verbandlichen Jugendarbeit, sich mehr auf jüngere Ehrenamtliche einzustellen und Konzepte zu vereinfachen. Sinnvoll wäre es, Angebote mit Schulen abzustimmen, um auch hier Teilnehmende und Ehrenamtliche gewinnen zu können. Durch hauptberufliches Personal sollten im Verband Strukturen geschaffen werden, „in denen ehrenamtliches Engagement für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver ist.“ Auf überregionaler Ebene sollten sie sich für eine breite Anerkennung ehrenamtlichen Engagements einsetzen und auf dessen gesamtgesellschaftliche Bedeutung hinweisen. So können sie aktiv an politischen Veränderungsprozessen mitwirken und auf negative Folgen der vielfältigen gesellschaftlichen Beschleunigungsprozesse aufmerksam machen.

Die Studie „Keine Zeit für Jugendarbeit“ erscheint Anfang 2014. Auszüge aus dem Zahlenmaterial können über die Seite der TU Dortmund  abgerufen werden.

 

Mitspielen war beim Impro-Theater am Samstag Abend erlaubt Mitspielen war beim Impro-Theater am Samstag Abend erlaubt

Von der Theorie zur Praxis
Im Anschluss an den Vortrag von Karin Wehmeyer arbeiteten die Delegierten in fünf Arbeitsgruppen an konkreten Forderungen, Konzeptionen und neuen Ideen für die Jugendarbeit im Spannungsfeld zunehmender Ökonomisierung und Beschleunigung und mangelnder Anerkennung von Ehrenamt. Dabei sind folgende Ergebnisse und konkrete Forderungen an die entsprechenden Gremien und Entscheidungsträger herausgekommen.

Freiräume und Ferienschutz
Die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe „Jugendpolitik“ fordern eine 35-Stunden-Woche für Schülerinnen und Schüler. Die AG unterstützt außerdem das geplante „Bündnis für Freiräume“ des Landesjugendrings Rheinland Pfalz und fordert die Evangelische Kirche im Rheinland und die Diakonie auf, sich an diesem Bündnis zu beteiligen.
Im Bereich der Fach- und Hochschulen soll ein sogenannter „Ferienschutz“ Studierenden die Möglichkeit geben, in der Zeit der Schulferien in Ferienfreizeiten ehrenamtlich mitzuarbeiten, ohne dass sie nachteilige Auswirkungen für ihr Studium befürchten müssen. Der Vorstand der EJiR wird beauftragt, zunächst bei den kirchlichen Hochschulen in Bochum und Wuppertal Realisierungsmöglichkeiten zu sondieren. Auf Landesebene sollen in Kooperation mit jugendpolitischen Gremien und den zuständigen Stellen im Ministerium Gespräche mit den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften geführt werden. Ziel ist, den bereits bestehenden Freistellungsregelungen wieder größere Akzeptanz zu verschaffen.

Zwischen Schule und Ehrenamt
Die Teilnehmenden der AG „Schule“ fordern eine verstärkte gesellschaftliche Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit gegenüber der Schule. Jugendliche brauchen klare Freistellungen oder Konditionen, die ihr ehrenamtliches Engagement neben der Schule ermöglichen. Die AG bittet den Vorstand der EJiR, zu klären, welche Bedingungen für eine Ausgabe der JULEICA im schulischen Kontext gelten sollen. Auch innerverbandlich ist die Bedeutung der JULEICA zu stärken. Die Kirchenkreise sollen angeregt werden, gemeinsam konzeptionell Standards für die Zusammenarbeit mit Schulen vor Ort zu entwickeln, um als starker Partner agieren zu können. Die Landeskirche wird gebeten, ein Formular für Freistellungen zu entwickeln, das die Gemeinden und Kirchenkreise mit nutzen können. Gleichzeitig sollen sich die Landesjugendringe dafür einsetzen, vereinfachte Freistellungsverfahren für ehrenamtliche Mitarbeit zu ermöglichen.

Jugendverband und Web2.0
Die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe „Web-Check“ fordern die EJiR auf, stets auf die politisch- soziale und ethische Komponente der Hersteller und Netzwerke hinzuweisen. Dies soll mit dezentralen Bildungsangeboten zur Aufklärung über datenrechtliche und ethische Konsequenzen bei der Nutzung von sozialen Netzwerken und technischer Ausstattung geleistet werden. Open Source Alternativen zu kommerziellen Marktführer sollen bekannt gemacht und genutzt werden.Online-Tools zur orts- und zeitunabhängigen Zusammenarbeit, sowie zur Vor- und Nachbereitung sollen im Rahmen von Fortbildungen vorgestellt werden. Der erweiterte Aspekt der Inklusion soll beachtet werden: Die heterogenen Kommunikationsformen der Empfänger kosten vor allem den Sendern Zeit. Alle sollen von den Inhalten evangelischer Jugendarbeit angesprochen werden. Keiner darf durch seine Art der Kommunikation ausgeschlossen werden. Die Anstellungsträger müssen die notwendige Arbeitszeit bereitstellen. Es sollte ständig differenziert werden, was Kommunikation in der „Gruppe“ ist, oder was Teil der Öffentlichkeitsarbeit/Werbung ist.
Die Social Media Guidelines der EKIR sollten in den Gemeinden als Diskussionsanlass genutzt werden, um zu eigenen Statements zu finden.

Evangelische Jugend und Kirche
Die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe „Evangelische Jugend im Rheinland“ beschäftigten sich mit der Frage, was innerkirchlich verändert werden muss, damit sich Schule/ Ausbildung/ Studium mit ehrenamtlichem Engagement vereinbaren lassen. Sie bitten den Vorstand der EJiR die Kreissynodalvorstände mit folgenden Forderungen anzuschreiben: Erstens die Strukturen der Jugendarbeit in den Personalplanungsprozessen zu berücksichtigen. Zweitens im Rahmen der Verwaltungsstruktur-Reform die kreiskirchliche Jugendarbeit ebenfalls mit Verwaltungskapazität auszustatten, um auch hier die nötige Unterstützung für die Jugendarbeit zu gewährleisten. Drittens mindestens zwei Delegierte mit Stimmrecht aus der Jugendarbeit auf Vorschlag des synodalen Jugendausschusses in die Kreissynode zu berufen.
Weiterhin möge die Landesjugendpfarrerin der Kirchenleitung nahelegen, in ihrem Jugendbericht an die Landessynode 2014 an die Notwendigkeit angemessener personeller hauptamtlicher Ausstattung der Jugendarbeit zu erinnern, um eine qualifizierte Schulung und Beratung Ehrenamtlicher zu gewährleisten. Das Thema Jugendarbeit/Konfirmandenarbeit soll mit dem Ziel aufgegriffen werden diese Bereiche kirchlicher Arbeit nicht zu verwischen.
Außerdem wird der Vorstand der EJiR gebeten, in den Kirchenkreisen abzufragen, wie viele Gemeinden einen Jugendausschuss haben und in welchem Turnus dieser tagt.
Das Amt für Jugendarbeit wird beauftragt, die Hauptberuflichen in der Jugendarbeit und die Presbyterien an die vorhandenen Beschlüsse zur Einrichtung von Jugendausschüssen in allen Gemeinden und Kirchenkreisen und die entsprechenden Kirchenordnungsregelungen zu erinnern. In der KNYP, der Konferenz synodaler Jugendreferate soll die Frage nach vorhandenen übergemeindlichen Netzwerken für Hauptberufliche und Ehrenamtliche thematisiert und der Delegiertenkonferenz berichtet werden.

Ehrenamt und Unternehmen
Die fünfte Gruppe hat sich mit unterschiedlichen Beispielen einer Kooperation zwischen Unternehmen und Jugendhilfe zur Förderung des sozialen Engagements von Mitarbeitenden befasst. Die Chancen und Risiken sind zunächst im Vorstand der EJiR zu klären, bevor konkrete Schritte hin zur Zusammenarbeit mit Unternehmen zwecks Anerkennung und Förderung des Ehrenamtes unternommen werden können.

Impro am Abend
Nachdem die Delegierten über den Tag intensiv diskutiert und konkrete Forderungen formuliert hatten, gab es abends Improvisationstheater mit dem Schauspieler und Regisseur Helmut Wenderoth aus Krefeld. Er strapazierte intensiv die Lachmuskeln der Delegierten und bescherte ihnen einen entspannenden Abend, Mitspielen inklusive.

Beschlüsse, Ausschüsse, Jugendcamp
Die Delegiertenkonferenz macht sich die Forderung von beruflich Mitarbeitenden auf Erhalt der Beauftragtenstelle der EKiR in 100%igem Umfang zu eigen. Sie beauftragt den Vorstand der EJiR, diese Forderung an die Kirchenleitung zu richten.

Folgende Ausschüsse wurden auf der Herbstkonferenz eingesetzt: Finanzausschuss, Ausschuss für Ökumenische und interkulturelle Jugendarbeit, Ausschuss " Jugendarbeit als Beruf", theologischer Ausschuss und Ausschuss für die Arbeit mit Kindern. Außerdem eine Projektgruppe zur Weiterentwicklung der Ordnung der EJiR.

Das Jugendcamp 2014 schreitet in seinen Planungen voran. Noch bis Mitte November können Gruppen mit eigenen Angeboten das Camp mit gestalten. Alles Weitere unter http://www.jugendcamp2014.de

Als Delegierte der Evangelischen Jugend in die Mitgliederversammlung Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugend Deutschland, aej-Deutschland, werden Miriam Lohrengel und Roland Mecklenburg entsandt. Stellvertreter sind Mirco Leibig und Simone Enthöfer.

Die nächste Delegiertenkonferenz findet am 8. und 9. März 2014 zum Schwerpunktthema „ Welche Kirche wollen wir?“ in Solingen statt.

 

JH 30.9.13

 

30.09.2013

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