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Evangelische Jugend Köln-Süd

Hell. Wach. Evangelisch: Churchnight im Kölner Süden

Die „ChurchNight“ wurde vor zwölf Jahren als Modellprojekt der Evangelischen Kirche in Deutschland ins Leben gerufen und ist eine Kampagne des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg. Sie übersetzt Luthers Reformthesen in die heutige Zeit.

Auch in diesem Jahr gestalteten wieder Jugendliche in ganz Deutschland am Reformationstag „Kirchennächte“ mit ihren ganz eigenen kreativen, witzigen, vielfältigen Ideen, bei der sowohl Spiritualität als auch Spaß ihren Platz haben. Die Evangelische Jugend des Kirchenkreises Köln-Süd feierte ihre ChurchNight 2012 in der Versöhnungskirche in Erftstadt-Lechenich „hell, wach und evangelisch“.


Futtern wie bei Luthern

Das Vorbereitungsteam um Fabian Böhme, Jugendreferent des Kirchenkreises Köln-Süd, hatte ein umfangreiches Programm für die ChurchNight zusammen gestellt. Los ging es um halb acht Uhr abends. Zunächst einmal konnten alle „Futtern wie bei Luthern“, es gab Würstchen, Salate und Getränke im gemütlichen Cafe der Versöhnungskirche. Für den kleinen Obulus, den die Teilnehmer dafür entrichten mussten, gab es statt Quittungen „Ablassbriefe“. Luther war gegen Ablassbriefe und „wir haben das als kleinen Gag gemacht, dass sie, wenn sie Geld für die Teilnahme bezahlen, einen Ablassbrief dafür bekommen, wo dann drauf steht, dass ihnen für zehn Tage ihre Sünden und Schulden erlassen werden“, so Jugendleiterin Nicole aus Lechenich.

Hell und wach und evangelisch

Bei der ChurchNight in Lechenich spielte Licht eine große Rolle, denn „die ChurchNight ist ja im Prinzip so eine Gegenbewegung zu Halloween als dieses düstere, dunkle Totenfest. Dem gegenüber steht die ChurchNight: Christus als das Licht der Welt sehen“ erklärt Fabian Böhme. Im Vorbereitungsteam arbeiteten knapp ein Dutzend Jugendlichen mit zwei Hauptamtlichen zusammen. Rund ein Vierteljahr dauerten die Planungen. Dabei kamen alle Ideen zur Gestaltung der ChurchNight von den Ehrenamtlichen selber, betont Fabian Böhme. Die Jugendlichen sollen selber aktiv werden, ihre eigenen Ideen einbringen und Projekte „wach“ mitgestalten, auch das ist ein Prinzip der ChurchNight und von evangelischer Jugendarbeit im Allgemeinen. Der 27-jährige Mirko aus Lechenich kam vor drei Jahren eher zufällig über Freunde zur Evangelischen Jugend. Da war er noch katholisch. Inzwischen ist er evangelisch und auf vielen Ebenen für die Jugendarbeit aktiv. Für ihn hängt vieles von den persönlichen Beziehungen ab„ es läuft viel in dem, wie man aufgenommen wird und wie man gesehen wird und ob die Türen offen sind oder nicht.“

Hüpfburg in der Kirche und PayBack-Karten von Gott

Die Attraktion im Gottesdienst war eine riesengroße Hüpfburg in der Kirche - das gab es wohl noch nie. Im Gottesdienst der ChurchNight in Lechenich gab es keine Predigt im traditionellen Sinn, sondern eigene Gedanken zum Thema „ein feste Burg ist unser Gott“. Daraus entstand die Idee mit der Hüpfburg, „wo die Jugendlichen dann auch nochmal bildlich sehen, was sind so die Eigenschaften einer Burg, sie umgibt einen, sie schützt einen, aber eine Hüpfburg macht eben auch Spaß und Freude, so kann man`s auch gut erleben“, erklärt Fabian Böhme.
Hüpfen durften die Jugendlichen aber erst nach dem Gottesdienst, erst einmal sangen sie laut und fröhlich mit, sogar das Glaubensbekenntnis und ein Segen wurden gesungen. Die Lieder für den Gottesdienst hatten die jungen Musiker der Band „rising universe“ aus Kerpen ausgesucht, sie begleiteten den Gottesdienst musikalisch. Andere Mitarbeiter des Vorbereitungsteams spielten in einem Rollenspiel die Geschichte der Reformation nach: Steffen aus Brühl wurde zu Martin Luther, der seine 95 Thesen vehement an die Kirchentür schlägt. Mirko aus Lechenich gab überzeugend seinen Gegenspieler Johann Tetzel, der die Ängste der Menschen im Mittelalter nutzt, um ihnen teure Ablassbriefe zu verkaufen. Aber, so Fabian Böhme in seinen Gedanken zum Thema, „es gibt keine Bonuspunkte bei Gott, man gibt nicht seine Payback-Karte an Gott und sagt: schreib mal gut. Die Gnade Gottes kann ich nur durch meinen Glauben erlangen“.

Dracula-Spiel und Reformations-Quiz

Nach dem Gottesdienst war es auch schon 23 Uhr, die Hüpfburg wurde freigegeben und die Workshops begannen. Die ganze Nacht bis zum gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen konnten sich die mehr als 50 Jugendlichen beschäftigen: Im World-Cafe eigene Zukunftswünsche und -Visionen formulieren, beim Geocaching das Evangelische im nächtlichen Lechenich entdecken. Sie konnten Steckstühle herstellen und bemalen, ihr Wissen beim Reformations-Quiz testen oder sich sportlich austoben. Und auch wenn Reformation gefeiert werden sollte, so durfte doch ein kleines bisschen Grusel auch dabei sein, verrät Steffen aus Brühl über das Dracula-Spiel: „da wird alles dunkel gemacht hier im Gebäude und das ist ne Art von Gruselspiel und da muss man herausfinden, wer Dracula ist und der kann einen aber auch beißen im Dunkel. Das passt auch ein bisschen zu Halloween und das wollen wir ja nicht ganz außen vorlassen.“

Voller Erfolg

Mehr als eine komplette Nacht dauerte die erste ChurchNight in Lechenich. Gegen drei Uhr morgens machte es sich eine Gruppe Mädchen in der Krypta zum Schlafen bequem. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer und alle Teamer hielten die ganze Nacht durch. Alle waren sehr zufrieden und sind sich einig: Das war nicht die letzte ChurchNight des Kirchenkreises Köln-Süd. Auch Fabian Böhme fände es schön, wenn es wieder eine „helle“ Veranstaltung für Jugendliche geben würde. „Ich empfinde diese Projekte oder einmaligen Angebote als eine Chance, in Kontakt zu Jugendlichen zu kommen und sich mit ihnen auszutauschen und ihnen auch Mut zu machen, eigene Schwerpunkte zu setzen“ lautet sein persönliches Resümee.

 

JH / 2.11.12

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