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Angekreuzt

Eine Andacht zur Passion.

Manch ein Jahresterminkalender ist übersät mit Kreuzen. Lauter wichtige Termine, die nicht vergessen werden wollen oder dürfen. Geburtstage von Freunden und Familie, vereinbarte Treffen, Sitzungstermine, Arztermine, Festtage…

Nur mit dem Karfreitag ist das so ein Kreuz! Soll es ihn noch als Feiertag geben und wenn ja, warum? Hat ein solcher Tag, mal abgesehen von einer arbeitnehmerfreundlichen Freitagskultur noch Berechtigung in unserer säkularen Gesellschaft?

Gedenken an den Kreuzestod Christi, ist das nicht nur etwas für die sogenannte Kerngemeinde, für christliche Insider?

 

 

Karfreitag ist nicht nur ein Erinnern und Gedenken an einen, der unschuldig gefoltert und hingerichtet wurde, es ist nicht nur für manche ein Besinnen an den Sühnetod des Sohnes Gottes für die Menschheit.

Der Karfreitag ist auch eine Art Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht. Gott selbst verbündet sich mit den Opfern dieser Welt. Den Karfreitag anzukreuzen, ihn nicht vergessen zu wollen, bedeutet, ich setze ein Kreuz hinter Leid und Unrecht in dieser Welt. Ich kreuze an, was nicht vergessen werden darf, was nicht der Resignation zum Opfer fallen darf:

Karfreitag 2012 kreuze ich an, dass:  

+     über eine Milliarde Menschen hungern auf der Welt.

+     seit dem zweiten Weltkrieg ca. 185 Millionen Menschen weltweit durch Kriege gestorben sind.

+     es jedes Jahr allein in Deutschland über 100 meldepflichtige Störfälle in Atomkraftwerken gibt.

+     selbst in einem reichen Land wie Deutschland jeder sechste Mensch von Armut bedroht ist, 
       darunter 2,5 Millionen Kinder.

+     in Deutschland täglich ca. 40 Kinder und Jugendliche versuchen, sich das Leben zu nehmen, 
       weil sie keine Zukunftsperspektive mehr sehen.

Die Liste lässt sich wohl beliebig erweitern. Das Ankreuzen gegen das Vergessen ist aber nur ein erster Schritt. Jesus blieb nicht im karfreitäglichen Todesgeschehen, seine Botschaft ist: “Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ In der Solidarität, in der Verbindung zu all jenen, die Leid und Unrecht ertragen müssen, steckt auch die Verbindung, die den Tod besiegt und an Ostern das Hoffnungszeichen des Lebens erstrahlen lässt. Auferstehung, das bedeutet nicht nur Hoffnung auf ein Leben nach diesem Leben. Auferstehung geschieht auch schon im Hier und Jetzt. „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ ist zugleich Jesu Verheißung und Jesu Auftrag an uns.

Alles, was wir im Schatten des Kreuzes Karfreitag 2012 ankreuzen, stellt uns in die Verantwortung, Leid zu mindern und dem Leben vieler im Hier und Jetzt zum Durchbruch zu verhelfen. Jedes Kreuz stellt mein Handeln, meinen Lebensstil, mein Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung in Frage. Wir sind gefragt in der Nachfolge Jesu, seiner Botschaft folgend, in unseren Möglichkeiten Leben zu schaffen, leben zu bewahren.

Möge Gott uns die Kraft, den Mut und die Phantasie schenken, die Kreuze unserer Welt zu verkleinern.

Ein gesegnetes Osterfest 2012!

 

Simone Enthöfer
-Landesjugendpfarrerin-

 

05.04.2012

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