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Strukturwissen

Wer arbeitet beruflich mit Kindern und Jugendlichen

Der gesellschaftliche Veränderungsdruck geht auch an der beruflichen pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht spurlos vorbei. Ein Blick in die bestehenden Strukturen hilft bei der Orientierung

Der Beruf

Berufliches Handeln in der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist, gemessen an anderen gemeindlichen Arbeitsfeldern eine noch junge Profession. Gut 35 Jahre ist es her, dass auf breiter Ebene damit begonnen wurde den/die Jugendmitarbeiter/in anzustellen. Verglichen mit den Berufsbildern des Pfarramtes, der Küsterei, der Kantorei, des Kindergartens oder der Verwaltung, ist dieser Arbeitsbereich damit erst kürzlich den Kinderschuhen entwachsen. Eine besondere Bedingung für die Jugendarbeit als kirchlichem Arbeitsfeld besteht zu dem darin, dass sie als Teilbereich gemeindepädagogischer Arbeit verstanden wird.

Von einer eindeutigen Berufsidentität des/der Jugendmitarbeiter/in im eigentlichen Sinne kann deshalb auch nicht gesprochen werden. Zu unterschiedlich sind die, mit der jeweiligen gemeindlichen und/oder verbandlichen Jugendarbeit verbundenen Zielsetzungen, Anstellungsbedingungen und Ausformungen.

So antworten, die in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter/innen, nach ihrem Beruf gefragt, in der Regel, sie seien Erzieher/in, Diplom-Sozialpädagoge/in oder Diplom-Sozialarbeiter/in, Diakon/in, Gemeindepädagoge/in, Diplom Pädagog/in, Lehrer/in oder Pfarrer/in; aber nur selten einfach Jugendmitarbeiter/in. Kirchliche Jugendarbeit als Beruf wird in erster Linie als Berufsrolle eines anderen (weltlichen) Berufs ausgeübt oder ist Bestandteil eines anderen kirchlichen Berufs. Einen Berufsverband oder eine Berufsordnung „Jugendarbeiter/innen“ gibt es nicht.

Das Personal

Sämtliche im Folgenden genannten Daten beziehen sich auf eine landeskirchliche Erhebung zum Personalbestand im gemeindepädagogischen Dienst vom August 2000. Die aktuelle Entwicklung - vermutlich unter dem Strich ein Abbau - ist damit nicht erfasst. Eine zweite landeskirchliche Erhebung zum Personalbestand ist dingend erforderlich!

Im Jahr 2000 arbeiteten im Rahmen der EKiR 746 Menschen ausschließlich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Hinzu kamen 135 Mitarbeiter/innen im allgemeinen gemeindepädagogischen Dienst, die nur zum Teil in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig waren.

Nicht jede/r dieser 881 MitarbeiterInnen hatte eine volle Stelle. 482 arbeiteten im vollen, 127 im mehr als halben, 137 im genau halben und 121 im weniger als halben Stellenumfang, bezogen auf eine 38,5 Stunden wöchentliche Arbeitszeit.

Hinzu kam, dass nicht alle Stellen unbefristet waren. 36 Stellen mit vollem, 21 Stellen mit mehr als halben, 13 Stellen mit genau halben und 19 Stellen unter halben Stundenumfang waren zeitlich zwischen einem halben Jahr und zwei Jahren befristet.

Hinsichtlich des Personalstamms beruflich Mitarbeitender in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, lässt sich damit festhalten, dass im Jahr 2000 insgesamt 792 Mitarbeiter/innen in 444 Stellen mit vollem, in 106 Stellen mit mehr als halben, in 124 Stellen mit genau halben und in 102 Stellen mit weniger als halben Stellenumfang arbeiteten. Anders ausgedrückt, 348 MitarbeiterInnen waren nicht im vollen Umfang tätig.

Von den insgesamt 881 MitarbeiterInnen hatten absolviert:

  • 277 das Studium der Sozialpädagogik oder Sozialarbeit,
  • 121 eine unspezifische (10) oder keine Ausbildung,
  • 113 eine Erzieher/innen-Schule,
  • 105 eine DiakonInnen-Schule,
  • 97 das GemeindehelferInnen-Seminar,
  • 87 das Studium der Diplom-Pädagogik,
  • 64 das Studium der Gemeindepädagogik
  • und 10 das Theologiestudium.  

Frauen und Männer

Frauen bildeten gegenüber den Männern mit 512 zu 369 Personen die Mehrheit der Beschäftigten (knapp 60%).

Ausbildungsbezogen wird dieses Verhältnis bei Erzieher/innen (87%) und bei Mitrabeitenden mit unspezifischer oder keiner Ausbildung (66%) überschritten, bei den Diplom-Sozialpädagogen/innen und Diplom-Sozialarbeiter/innen getroffen (60%) und bei den Diplom-PädagogInnen (57%), GemeindepädagogInnen (53%), GemeindehelferInnen (45%) und DiakonInnen (32%) unterschritten.

Stellenbezogen wird dieses Verhältnis bei den Arbeitsplätzen mit weniger als halben Stellenumfang (78%), den Stellen mit genau halben Stellenumfang (77%) und den Stellen mit mehr als halben Stellenumfang (74%) überschritten sowie bei den Stellen mit vollem Stundenumfang (44%) deutlich unterschritten. 

Der Anstellungsträger

Finanziell bewertet wurden und werden die Stellen im Bereich der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch den Bundesangestelltentarif in kirchlicher Fassung (BAT-KF). Dabei liegt das Gehalt je nach Ausbildung, Dienstumfang und Dienstzeit zwischen Gehaltsgruppe VII und IV. Generell werden die MitarbeiterInnen in die Dienstgruppe „Verkündigung, Seelsorge, Bildungsarbeit und Diakonie“ eingeordnet.

Wesentlich ist, dass die Arbeit sich im Rahmen der presbyterial-synodalen Ordnung der verfassten Kirche vollzieht. Für die EKiR bedeutet dies, dass die zur Zeit 823 Kirchengemeinden in 43 Kirchenkreisen und drei Stadtkirchenverbände verfasst sind. Die Presbyterien der Ge-meinden, die Synodalvorstände der Kirchenkreise und die Leitungen der Verbände und der Landeskirchen sind die Anstellungsträger mit der jeweiligen Fach- und Dienstaufsicht für den/die MitarbeiterIin. Kirchliche Jugendarbeit im Rahmen der EKiR vollzieht sich damit, obwohl hunderte Menschen in ihr tätig sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in einem „Kleinstbetrieb“. 

Der organisatorische Rahmen

Zusammengehalten wird das Ganze dadurch, dass sämtliche Ordnung- und Rechtsregelungsangelegenheiten durch die jeweiligen Presbyterien, Kreissynoden und Verbandsvertretungen und abschließend durch die Landessynode behandelt und festgelegt werden. Ein Blick in die entsprechenden Abschnitte (Auftrag, Selbstverständnis, Ausschusswesen etc.) der bestehenden Kirchenordnung ist in diesem Zusammenhang sehr erhellend.

Arbeitsrechtlich gesehen, bilden die Lippische,.Rheinische und Westfälische Kirche durch eine entsprechende Kommission eine Einheit. In der Regel werden beruflich Mitarbeitdende in der Jugendarbeit in diesen Kirchen im Rahmen des Bundesangestelltentarifs für den öffentlichen Dienst (kirchliche Fassung) beschäftigt. 

Öffentliche Wirksamkeit und Verantwortung

Im Bereich der Jugendarbeit kommt noch ein Gestaltungselement hinzu. Ihr Selbstverständnis und die gesellschaftliche Anerkennung als Jugendverband „Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend“ (AEJ) im Zusammenhang mit den Kommunen, Landkreisen, Ländern und des Bundes reichen über den jeweilichen kirchlichen Binnenraum hinaus. Es gilt gesetzliche Vorgaben und inhaltliche Bestimmungen der jeweiligen Förderrichtlinien zu beachten. Die Angebotsgestaltung (Freizeiten, Schulungen, Projekte und Einrichtungen) und diefachlichen Merkmale (Ausstattung, Stellenanforderungen und Refinanzierung) der Arbeit mit KIndern und Jugendlichen werden auf diesem Weg mitbestimmt und abgesichert. 

Die Fort- und Weiterbildung

Zur generellen Förderung der Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter/innen in der kirchlichen Jugendarbeit unterstütz die EKiR:

  • die Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof e.V. in Solingen (Schwerpunkt ehrenamtlich Mitarbeitende) und
  • die Landjugendakademie in Altenkirchen. (Schwerpunkt beruflich Mitarbeitende)

Gezeilt geförderte berufliche Fort- und Weiterbildung orienteirt sich an dem gegenwärtig gültigem gemeindepädagogischen Anstellungsprofil. So erwartet die EKiR von den MitarbeiterInnen der kirchlichen Jugendarbeit verpflichtend, dass diese sich während ihrer ersten Berufsjahre fortbilden. Dazu wird durch die Landeskirche ein jährliches Kursprogramm entwickelt und bereitgestellt. Die Einzelheiten sind in der „Ordnung zur Fortbildung in den ersten Berufsjahren“ (FeB) geregelt.

Zur Annerkennung als Gemeindepädagoge/in setzt die EKiR eine Doppeldiplomierung bzw. Doppelqualifizierung voraus. Dazu wird bei der Evangelischen Fachhochschule in Bochum eine Studienmöglichkeit Religionspädagogik und in Zusammenarbeit mit der Westfälischen und Lippischen Landeskirche eine Aufbauausbildung angeboten.

 

06.12.2005

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